Zum Hauptinhalt springenZum Hauptmenü springenZum Seitenmenü springenZur Suche springen
weiter zur Suchseite

Sensation auf dem Weg zur Exzellenzuniversität

Universität Bonn mit sechs Exzellenzclustern erfolgreichste Hochschule im Wettbewerb

Eine Information der Universität Bonn. Zur Originalmeldung >>. Mit großer Euphorie ist an der Universität Bonn die soeben verbreitete Förderentscheidung der Exzellenzkommission aufgenommen worden, nach der die Universität Bonn sechs Exzellenzcluster erhalten wird – mehr als jede andere deutsche Universität. Die Exzellenzcluster sind in den Bereichen Mathematik, Immunologie, Abhängigkeitsforschung, Robotik, Wirtschaftswissenschaften und Quantenphysik angesiedelt und bilden damit die gesamte Bandbreite des Bonner Fächerspektrums ab. Rektor Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch sprach in einer ersten Reaktion von einer „Sensation“. Die Entscheidung gebe der Universität Bonn „Rückenwind auf dem Weg zur Exzellenzuniversität“.
Rektor Hoch erhielt die Fördernachricht im Kreise von Hunderten Mitstreitern – darunter Vertreter der Clusterinitiativen sowie aller Gruppen und Gremien der Universität, Nachwuchswissenschaftler und Studierende. Sie hatten sich im neuen Hörsaalzentrum in Bonn-Poppelsdorf versammelt, um die Liveübertragung der Pressekonferenz zur Förderentscheidung zu sehen. Sichtlich bewegt sagte der Rektor unter dem Jubel der Universitätsangehörigen: „Das ist eine Sensation! Die großen Anstrengungen der vergangenen Jahre haben sich gelohnt! Ich danke allen, die dazu beigetragen haben. Dies ist vor allem ein Erfolg des ‚Wir‘, in dessen Zeichen unser 200-jähriges Jubiläum steht. Es ist eine Gemeinschaftsleistung der Universität in ihren ganzen Breite, die uns auf dem weiteren Weg beflügeln wird.“ Hoch fügte hinzu: „Es ist ein großer Schritt auf dem Weg zur Exzellenzuniversität. Das ist unser klares Ziel.“ Im Dezember wird die Universität Bonn ihren Antrag in der Förderlinie „Exzellenzuniversitäten“ stellen. Welche Universitäten dabei zum Zuge kommen, entscheidet sich im Juli 2019. Die Gemeinsame Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrates hatte die Universität Bonn vor fast genau einem Jahr aufgefordert, Vollanträge für sieben Exzellenzcluster einzureichen – mehr als jede andere deutsche Hochschule. Die sieben disziplinenübergreifenden Projekte bildeten die große Bandbreite des universitären Spektrums ab. Zur Förderung gelangten die folgenden Bonner Exzellenzcluster:
  • Hausdorff Center for Mathematics: Grundlagen, Modelle, Anwendungen
  • ImmunoSensation2 – das immunsensorische System
  • Beyond Slavery and Freedom: Asymmetrische Abhängigkeiten in vormodernen Gesellschaften
  • PhenoRob - Robotik und Phänotypisierung für Nachhaltige Nutzpflanzenproduktion
  • ECONtribute: Märkte & Public Policy (mit der Universität zu Köln)
  • Matter and light for quantum computing (ML4Q) – Materie und Licht für Quanteninformation (mit der Universität zu Köln und der RWTH Aachen)
Die Exzellenzcluster werden ab dem 1. Januar 2019 für zunächst sieben Jahre eine Förderung in Höhe von bis zu zehn Millionen Euro pro Jahr erhalten. Insgesamt erhielten heute 57 Clusterinitiativen grünes Licht. Mit sechs Exzellenzclustern ist die Universität Bonn die erfolgreichste deutsche Universität in der Exzellenzstrategie. Ein Expertengremium hatte die Entscheidung vorbereitet. Heute trat dann in Bonn die Exzellenzkommission zusammen, die aus dem Expertengremium und den für Wissenschaft zuständigen Ministerinnen und Ministern des Bundes und der Länder besteht. Im Rahmen einer Pressekonferenz am späten Donnerstagnachmittag wurde die Förderentscheidung öffentlich gemacht. Die Förderung der gemeinsam beantragten Exzellenzcluster stärke auch die „ABC“-Wissenschaftsregion (Aachen, Bonn, Köln/Cologne einschließlich Jülich), sagte Rektor Prof. Hoch. „Die ABC-Region gehört schon heute zu den forschungsstärksten Metropolregionen in Deutschland und Europa. Die heutige Entscheidung trägt dazu bei, die internationale Sichtbarkeit der Wissenschaftsregion noch zu vergrößern.“ Professor Hoch sagte: „Ich danke allen Unterstützern, die zu diesem Riesenerfolg beigetragen haben, in der Stadt und auf der Landesebene und unseren außeruniversitären Partnern, der Fraunhofer-Gesellschaft und der Max-Planck-Gesellschaft, dem Forschungszentrum Jülich und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen DZNE.“ Rektor Professor Hoch freut sich sehr über die Förderentscheidung: „Forschende, Rektorat und Verwaltung haben monatelang mit aller Kraft an der Exzellenzstrategie gearbeitet. Für ihren Einsatz danke ich allen Beteiligten und beglückwünsche die sechs Projekte, die nun zur Förderung gelangt sind.“ Heute werde der Erfolg gebührend gefeiert, sagte der Rektor, und fügte hinzu: „Aber morgen geht die Arbeit für uns weiter, denn wir wollen im Dezember einen Antrag vorlegen, der überzeugt und im harten Wettbewerb bestehen kann. Wir gehen mit Rückenwind in diese entscheidende Phase des Exzellenzwettbewerbs!“ NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen eilte nach der Entscheidung vom Wissenschaftszentrum in der Ahrstraße zum Campus Poppelsdorf. Sie gehörte zu den ersten Gratulierenden: "Dieser außerordentliche Erfolg zeigt, wie leistungsstark der Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen ist. Die nordrhein-westfälischen Universitäten sind für die Exzellenzstrategie hervorragend aufgestellt. Die geförderten Exzellenzcluster im Überblick: 

Hausdorff Center for Mathematics: Grundlagen, Modelle, Anwendungen

Mit neu fokussierten Forschungszielen und neuen Berufungen setzt das Cluster „Hausdorff Center for Mathematics: Grundlagen, Modelle, Anwendungen“ die erfolgreiche Arbeit des derzeitigen Clusters fort, um in Deutschland ein weltweit führendes Zentrum mathematischer Spitzenforschung zu etablieren. Das Ziel ist, die mathematischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu identifizieren und anzugehen, weltweit richtungsweisende mathematische Grundlagenforschung voranzutreiben und die von Wissenschaft und Gesellschaft benötigten mathematischen Methoden und Werkzeuge zu entwickeln. Die Clusterinitiative wird getragen von einem Team international herausragender Wissenschaftler, vielfach ausgezeichnet mit Preisen und Ehrungen, mit Prof. Dr. Peter Scholze, der kürzlich mit der Fields-Medaille geehrt wurde, als prominentestes Beispiel. Das Hausdorff Center übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Förderung junger Mathematiker und baut ein globales Netzwerk mit einigen der weltweit besten Forschungs- und Ausbildungszentren in Mathematik auf. Sprecher des Clusters ist Prof. Dr. Karl-Theodor Sturm.

ImmunoSensation2 – das immunsensorische System

Die Identifizierung wichtiger Akteure und Funktionsweisen des Immunsystems und zwei äußerst erfolgreiche Biotech-Ausgründungen zählen zu den ausgezeichneten Erfolgen der aktuellen Förderphase des Exzellenzclusters. Mit „ImmunoSensation2 – das immunsensorische System“ möchten die Bonner Forscher die Erfolgsstory des bestehenden Exzellenzclusters „ImmunoSensation“ fortschreiben. Während der Schwerpunkt bisher auf der grundlegenden Erforschung insbesondere des angeborenen Immunsystems lag, sollen nun die Mechanismen der „Immunintelligenz“ aufgedeckt werden, also der Frage, wie es dem Körper gelingt, die Immunantwort ganz bestimmten Situationen anzupassen, und sich das Erlernte „zu merken“, um für ähnliche Herausforderungen in der Zukunft optimal gerüstet zu sein. Das kann bei der Vorhersage und der Behandlung von Autoimmunerkrankungen, aber auch bei chronischen Infektionen, Atherosklerose, Diabetes, Tumoren und Alzheimer helfen. Sprecher sind die Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Gunther Hartmann und Prof. Dr. Eicke Latz sowie Prof. Dr. Joachim L. Schultze.

Beyond Slavery and Freedom: Asymmetrische Abhängigkeiten in vormodernen Gesellschaften

Bisher hat sich die Abhängigkeitsforschung fast ausschließlich mit Sklaverei auf dem amerikanischen Kontinent oder in der Antike befasst. Der Cluster „Beyond Slavery and Freedom. Handlungsspielräume ("Agency") in asymmetrischen Strukturen individueller oder gruppenbezogener Abhängigkeit in vormodernen Gesellschaften“ will versuchen, diese Perspektive inhaltlich, räumlich und zeitlich zu erweitern. Der Cluster strebt danach, ein international sichtbares und renommiertes Zentrum der Abhängigkeits- und Sklavereiforschung zu werden. Sein Hauptbeitrag wird darin bestehen, einen außergewöhnlichen Verbund an akademischen Disziplinen zusammenzubringen. Mit ihrer großen Bandbreite an sogenannten Kleinen Fächern ist die Universität Bonn dafür bestens geeignet. Ein Fellow-Programm, eine Graduiertenschule, ein Postdoc-Programm, die Etablierung eines internationalen Master-Programms sowie ein globales Forschungsnetzwerk werden für einen starken Nachwuchs an Wissenschaftlern sorgen. Wer künftig auf dem Gebiet forschen will, soll zuerst an Bonn denken. Sprecher sind Prof. Dr. Stephan Conermann, Prof. Dr. Karoline Noack und Prof. Dr. Konrad Vössing.

PhenoRob - Robotik und Phänotypisierung für Nachhaltige Nutzpflanzenproduktion

Eines der großen Ziele unserer Gesellschaft ist es, Hunger zu bekämpfen sowie die Landwirtschaft zu verbessern und nachhaltiger zu gestalten. Eine der großen Herausforderungen besteht darin, die Pflanzenproduktion, trotz begrenzter Nutzflächen, zu erhöhen und gleichzeitig die ökologischen Folgewirkungen zu verringern. Um das zu erreichen, forscht die Universität Bonn zusammen mit dem Forschungszentrum Jülich im Cluster „PhenoRob - Robotik und Phänotypisierung für Nachhaltige Nutzpflanzenproduktion“ an Methoden und neuen Technologien, um Pflanzen zu beobachten, zu analysieren, besser zu verstehen und gezielt zu behandeln. Dafür werden Felder aus der Luft sowie vom Boden aus überwacht. Computer verarbeiten diese Sensordaten so, dass Roboter automatisch einzelne Pflanzen ansteuern und behandeln können. Dies soll helfen, Landwirtschaft effizienter zu machen, neue Erkenntnisse über Pflanzenwachstum zu gewinnen und den Einsatz von chemischen Hilfsmitteln zu vermeiden. Die Konzentration und Vernetzung international renommierter Forschender in der Geodäsie, der Informatik und den Agrarwissenschaften in Bonn ist einzigartig und in dieser Form an keinem anderen Standort verfügbar. Sprecher sind Prof. Dr. Cyrill Stachniss und Prof. Dr. Heiner Kuhlmann.

ECONtribute: Märkte & Public Policy

Der Clusterantrag „ECONtribute: Märkte & Public Policy“ der Universitäten Bonn und Köln ist bundesweit der einzige überwiegend wirtschaftswissenschaftliche Antrag, der erfolgreich aus der Exzellenzstrategie hervorgeht. Die Wissenschaftler erforschen die Funktionsweise von Märkten sowie Gründe für deren Versagen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Herausforderungen wie globaler Finanzkrisen, einer sich verfestigenden Ungleichheit oder der Digitalisierung. Das Cluster geht dabei über traditionelle Analysen der Wirtschaftspolitik hinaus, indem systematisch modellbasierte theoretische Ansätze und verhaltenswissenschaftliche Erklärungsmodelle unter Einbeziehung rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen kombiniert werden. So können die interdisziplinären Arbeitsgruppen den politischen Entscheidungsträgern innovative Lösungen anbieten, die in die Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftspolitik bislang kaum Eingang gefunden haben: Wie kann man Marktmacht im digitalen Zeitalter messen und ihr begegnen, wenn viele Angebote quasi kostenlos verfügbar sind und stattdessen durch die Zurverfügungstellung von Daten bezahlt werden, und was folgt hieraus für den Verbraucherschutz? Welchen Einfluss haben Präferenzen für Fairness oder Gerechtigkeit auf die Ausgestaltung von Mindestlöhnen oder Erbschaftsteuern? Kann und sollte individuelles Verhalten durch Instrumente wie „Nudging“ gesteuert werden, wenn dies zum Wohle des Individuums zu sein scheint? Über das ECONtribute-Netzwerk soll ein intensiver Austausch zwischen Spitzenforschung, Politik und Öffentlichkeit etabliert werden. Die standortübergreifende Forschung findet unter dem Dach des von den beiden Universitäten 2017 gegründeten „Reinhard Selten Institute“ statt. Sprecher sind Prof. Dr. Isabel Schnabel und Prof. Dr. Felix Bierbrauer.

Matter and light for quantum computing (ML4Q) – Materie und Licht für Quanteninformation

In den letzten Jahrzehnten wurde Computer-Hardware immer kleiner. Ihre Technik blieb dabei aber im Prinzip gleich. Langsam stößt diese Entwicklung an Grenzen. Also benötigen wir neue Technologien um unseren immer weiter wachsenden Hunger an leistungsfähiger Hardware zu befriedigen. Die Quantenphysik könnte da ein Lösungsansatz sein. Gemeinsam mit der Universität zu Köln und der RWTH Aachen möchten die Bonner Forschenden daran arbeiten, diese neue Technologie nutzbar zu machen. Dafür sollen im Cluster „Materie und Licht für Quanteninformation“ Quanten-Bits oder auch Qubits (das Quanten-Gegenstück zu unseren bisherigen Bits), Quantenkommunikationskanäle, um Netzwerke aufbauen zu können, und Fehlerkorrekturverfahren von Grund auf erforscht werden. Sprecher ist Prof. Dr. Yoichi Ando von der Universität zu Köln.  Sprecher ist Prof. Dr. Yoichi Ando von der Universität zu Köln.