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DFG-Jahresversammlung 2023 in Saarbrücken: „Mit Gemeinschaftssinn und Entschlusskraft für die Forschung“

Veröffentlicht am:28.06.2023
Veröffentlicht von:Marco Finetti
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Kategorie:Wissenschaftspolitik
Übersicht:

Nachhaltigkeit, KI und weitere aktuelle Themen / Mitgliederversammlung wählt Präsidentin Katja Becker für zweite Amtszeit / Jahresbericht 2022: 31 750 Projekte mit 3,9 Milliarden Euro gefördert

Beschreibung:

In Saarbrücken ist am Mittwoch die Jahresversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zu Ende gegangen. Während des dreitägigen Treffens hatten alle zentralen Gremien der größten Forschungsförderorganisation und zentralen Selbstverwaltungseinrichtung für die Wissenschaft in Deutschland getagt und sich zu aktuellen Themen aus Forschung und Forschungsförderung sowie Wissenschaftspolitik und Wissenschaftssystem ausgetauscht. Zudem wurde eine Reihe von Förderentscheidungen und Beschlüssen zum Förderhandeln der DFG getroffen. Die Sitzungen fanden im hybriden Format statt, bei dem die Gremienmitglieder, die nicht vor Ort anwesend waren, sich digital zuschalten konnten.

„Auch diese drei Tage haben gezeigt: Die Wissenschaft und speziell die erkenntnisgeleitete Forschung können substanzielle Beiträge zur Bewältigung der aktuellen und auch kommender globaler Herausforderungen leisten. Damit stehen sie und ebenso die DFG schon jetzt und auch künftig vor enormen Aufgaben, denen wir mit Gemeinschaftssinn und Entschlusskraft jedoch zuversichtlich entgegenblicken können“, sagte DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker zum Abschluss der Jahresversammlung.

Becker war zuvor am Mittwochmittag in der abschließenden Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Die 58-jährige Gießener Biochemikerin und Medizinerin steht seit 2020 und als erste Wissenschaftlerin an der Spitze der DFG, ihre zweite vierjährige Amtsperiode beginnt am 1. Januar 2024 (siehe Pressemitteilung Nr. 22).

Nachhaltigkeit und KI, Heinz Maier-Leibnitz-Preis, Wahlen und neue Mitglieder

In den Gremiensitzungen der Saarbrücker Jahresversammlung nahm das Thema Nachhaltigkeit breiten Raum ein. Hierzu wurden zuvor von einer Präsidialkommission erarbeitete Empfehlungen beschlossen, mit denen der ökologische Nachhaltigkeitsgedanke im Förderhandeln der DFG verankert werden soll. Ebenfalls diskutiert wurden die Herausforderungen, die sich mit dem möglichen Einsatz von ChatGPT und anderer Formen Künstlicher Intelligenz in Forschung und Forschungsförderung stellen. Ein weiteres Thema waren die auch zuletzt weiter ausgebauten internationalen Aktivitäten der DFG.

Bei den Förderentscheidungen kam im Rahmen dieser Jahresversammlung dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis besondere Bedeutung zu, der sieben Wissenschaftlerinnen und drei Wissenschaftlern zuerkannt wurde. Der Preis, der als die wichtigste Auszeichnung in Deutschland für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Aufbauphase ihrer Karriere gilt, ist seit dieser Preisrunde fest im Förderportfolio der DFG integriert – nachdem er zuvor gemeinsam von der DFG und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergeben wurde – und mit jeweils 200 000 statt vormals 20 000 Euro zudem deutlich höher dotiert.

Neben der Wahl von Präsidentin Katja Becker für eine zweite Amtszeit fanden in Saarbrücken weitere Wahlen im Präsidium der DFG statt. Die Mitgliederversammlung wählte den Jenaer Kunsthistoriker Professor Dr. Johannes Grave zum neuen Vizepräsidenten und Nachfolger der nach zwei Amtszeiten turnusmäßig ausscheidenden Vizepräsidentin Professorin Dr. Julika Griem. Die beiden Vizepräsidentinnen Professorin Dr. Britta Siegmund und Professorin Dr. Kerstin Schill wurden für eine zweite vierjährige Amtszeit gewählt. Im Senat, dem wichtigsten wissenschaftspolitischen Gremium der DFG, wurden vier Mitglieder neu und neun Mitglieder für eine zweite Amtszeit gewählt. Mit der Katholischen Universität Eichstädt-Ingolstadt und der Akademie der Wissenschaften in Hamburg wurden schließlich zwei neue Einrichtungen in die DFG aufgenommen, die damit nun insgesamt 99 Mitgliedseinrichtungen hat.

Bilanz für 2022: 31 750 Förderprojekte – rund 3,9 Milliarden Euro Fördermittel

Als größte Forschungsförderorganisation in Deutschland hat die DFG im vergangenen Jahr 31 750 Projekte aus allen Wissenschaftsbereichen mit einer Gesamtsumme von rund 3,9 Milliarden Euro gefördert. Dies geht aus dem Jahresbericht 2022 hervor, der in Saarbrücken ebenfalls in der abschließenden Mitgliederversammlung vorgestellt wurde. Er informiert über die wichtigsten Zahlen, Fakten und inhaltlichen Akzente des Förderhandelns der DFG sowie über ihr Engagement in Fragen von Wissenschaftssystem und Wissenschaftspolitik. Anhand ausgewählter Förderprojekte zeigt der Bericht zudem, welchen Beitrag die erkenntnisgeleitete Forschung für die Bewältigung aktueller und künftiger Krisen und Herausforderungen leisten kann.

Wie in den Vorjahren war auch 2022 mehr als die Hälfte aller insgesamt geförderten Projekte – 17 698 Projekte, das entspricht 55,7 Prozent – in der Einzelförderung angesiedelt; für sie wurden rund 1,3 Milliarden Euro Fördermittel bewilligt. In den Graduiertenkollegs, Sonderforschungsbereichen und anderen Koordinierten Programmen wurden 879 Verbünde mit 12 312 Teilprojekten und einer jahresbezogenen Bewilligungssumme von rund 1,7 Milliarden Euro gefördert.

Aufgeteilt nach den großen Wissenschaftsbereichen erhielten die Lebenswissenschaften mit rund 1,4 Milliarden Euro die meisten Fördermittel (36,5 Prozent der Gesamtbewilligungssumme), gefolgt von den Naturwissenschaften mit rund 914 Millionen Euro (23,4 Prozent), den Ingenieurwissenschaften mit rund 766 Millionen Euro (19,6 Prozent) und den Geistes- und Sozialwissenschaften mit rund 637 Millionen Euro (16,3 Prozent); Projekte ohne fachliche Zuordnung wurden mit rund 164 Millionen Euro (4,2 Prozent) gefördert.

In ihrem Bericht über das Förderhandeln der DFG seit der letzten Mitgliederversammlung Ende Juni 2022 in Freiburg gingen Präsidentin Becker und Generalsekretärin Dr. Heide Ahrens unter anderem auf die Ende vergangenen Jahres angelaufene zweite Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder, in der die DFG den Wettbewerb in der Förderlinie Exzellenzcluster durchführt, und auf die erste Ausschreibungsrunde für die neuen „Forschungsimpulse“ an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) ein. Weitere Themen waren unter anderem das wissenschaftliche Publikationswesen, die Forschungsbewertung sowie die Aktivitäten der Allianz der Wissenschaftsorganisationen in Deutschland, in der die DFG 2022 die Sprecherrolle innehatte.

Festveranstaltung und Communicator-Preisverleihung

Neben den Gremiensitzungen fanden im Rahmen der Saarbrücker Jahresversammlung auch zwei öffentliche Veranstaltungen statt. Zur Festveranstaltung hatte die DFG am Dienstagabend in die Erzhalle des Weltkulturerbes Völklinger Hütte eingeladen. Nach der Begrüßung durch die DFG-Präsidentin und den Minister der Finanzen und für Wissenschaft des Saarlandes, Jakob von Weizsäcker, sowie einem politischen Impuls von Staatssekretärin Professorin Dr. Sabine Döring aus dem BMBF (für die terminlich verhinderte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger), sprach Katja Becker in ihrer Festrede über den „Wert der Erkenntnis“, woran sich eine Podiumsdiskussion zu der Frage „Wie fördern wir erkenntnisbasierte Entscheidungen?“ anschloss.

Bereits am Montagabend war in der Aula des Saarbrücker Schlosses der Soziologe Professor Dr. Steffen Mau mit dem diesjährigen Communicator-Preis ausgezeichnet worden. Der Wissenschaftler von der Berliner Humboldt-Universität erhielt die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung für seine herausragenden Kommunikationsleistungen zu Themen wie soziale Ungleichheit und Ungerechtigkeit oder dem Strukturwandel der Mittelschicht, mit denen er Sachlichkeit und Orientierungswissen in auch aufgeheizt geführte öffentliche Debatten einbringt. Der Communicator-Preis, der als die wichtigste Auszeichnung seiner Art in Deutschland gilt, wird gemeinsam von der DFG und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verliehen.

Die DFG-Jahresversammlung 2024 soll in Potsdam stattfinden.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:

Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, presse@dfg.de

Hinweise zur Medienarbeit:

Über die Wahl von DFG-Präsidentin Katja Becker für eine zweite Amtszeit hat die DFG bereits am Mittwochmittag in einer Pressemitteilung informiert:

www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2023/pressemitteilung_nr_22

Weitere Pressemitteilungen zur Mitgliederversammlung folgen.

Die Empfehlungen zur Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens im Förderhandeln der DFG werden in Kürze unter www.dfg.de veröffentlicht und ebenfalls mit einer Pressemitteilung begleitet.

Alle Pressemitteilungen zur Jahresversammlung 2023 finden sich auch in einer digitalen Pressemappe unter www.dfg.de/service/presse/jahresversammlung_2023

Begleitende Informationen auch im Internetangebot der DFG unter www.dfg.de und via Social Media unter https://twitter.com/dfg_public

Ein Mitschnitt der Rede von DFG-Präsidentin Katja Becker „Über den Wert der Erkenntnis“ wird in Kürze auf dem YouTube-Kanal der DFG unter www.youtube.com/user/DFGScienceTV veröffentlicht.

Der DFG-Jahresbericht 2022 kann angefordert werden bei: presse@dfg.de