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Blick zurück, Blick nach vorn: Physik-Frühjahrstagung in Karlsruhe beginnt

Veröffentlicht am:27.02.2024
Veröffentlicht von:Melanie Rutowski
Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)
Kategorie:Wissenschaftliche Tagungen
Schule und Wissenschaft
Übersicht:

Teilchenphysikerinnen und -physiker aus ganz Deutschland kommen vom 4. bis 8. März am Karlsruher Institut für Technologie zusammen, um aktuelle Themen ihres Fachs zu diskutieren. Auch der Arbeitskreis Chancengleichheit und die junge DPG beteiligen sich am Programm. Lehrkräfte können die Tagung kostenlos besuchen. Ein besonderes Highlight ist ein Festsymposium, mit dem die Fachgemeinschaft Teilchenphysik-Koryphäe Herwig Schopper anlässlich seines 100. Geburtstags ehrt. Die Öffentlichkeit ist zu einem Abendvortrag über die Geheimnisse des unsichtbaren Universums eingeladen.

Beschreibung:

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG

der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und des Karlsruher Institut für Technologie

Karlsruhe, 27. Februar 2024 – Neutrinos, Higgs-Bosonen, Quarks & Co: Die diesjährige Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) in Karlsruhe steht ganz im Zeichen der Elementarteilchen. Vom 4. bis 8. März 2024 treffen sich am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mehr als tausend Physikerinnen und Physiker, um aktuelle Forschungsthemen der Teilchen- und Astroteilchenphysik zu diskutieren. Außerdem bieten der Arbeitskreis Chancengleichheit und die junge DPG verschiedene Programmpunkte an.

„Als einer der größten Standorte für Teilchen- und Astroteilchenphysik in Deutschland freuen wir uns sehr, die DPG-Frühjahrstagung nach 13 Jahren wieder in Karlsruhe veranstalten zu dürfen“, sagt Tagungsleiter Ulrich Husemann vom Institut für Experimentelle Teilchenphysik (ETP). So können Teilnehmende nicht nur aus über 800 wissenschaftlichen Vorträgen wählen, sondern auch die einzigartigen Experimente des KIT besuchen, wie die Neutrinowaage KATRIN. In ihrer langen Tradition findet die Tagung bereits zum siebten Mal in Karlsruhe statt.

DPG-Präsident Joachim Ullrich dankt den Organisatorinnen und Organisatoren für ihren Einsatz: „Mit viel Enthusiasmus haben die Kolleginnen und Kollegen ein tolles Programm auf die Beine gestellt.“ Feierlicher Höhepunkt der Tagung ist das Festsymposium zu Ehren von Herwig Schopper am Mittwoch, 6. März 2024. Der ehemalige DPG-Präsident, ETP-Gründungsdirektor und spätere Direktor des Forschungszentrums CERN und des Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY wird zu der Veranstaltung anlässlich seines 100. Geburtstags anwesend sein. Beim Symposium werden DPG-Vizepräsident Lutz Schröter, der Vizepräsident Forschung und kommissarische Präsident des KIT Oliver Kraft und Thomas Müller vom ETP sprechen. Aus Hamburg reisen Albrecht Wagner für die Laudatio sowie Beate Heinemann für die Festvorlesung an (beide Universität Hamburg/DESY). Heinemann, die Direktorin für Teilchenphysik am DESY ist, wird einen Überblick über die Durchbrüche des Forschungsfeldes in den vergangenen 100 Jahren geben und dabei den Beitrag Schoppers zu diesen Fortschritten herausstellen. Für seine außerordentlichen Verdienste um die Teilchenphysik und den Standort Karlsruhe wird dem Jubilar zudem die Ehrendoktorwürde des KIT verliehen.

Großexperimente im Fokus

Die experimentelle Erforschung von Elementarteilchen bedarf riesiger Forschungsanlagen wie dem DESY oder dem Large Hadron Collider (LHC) am Forschungszentrum CERN in Genf, dem leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger der Welt. In diesen Anlagen werden Teilchen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinandergeschossen, um aus der Energie der Kollisionen neue Elementarteilchen zu erzeugen und zu vermessen. Auch für die Erforschung von energiereichen Astroteilchen braucht es große Anlagen: Diese kommen aus den Tiefen des Alls mitunter so selten zu uns, dass sie nur mit besonders großen Detektoren in ausreichender Zahl erfasst werden können – etwa mit dem Pierre-Auger-Observatorium in Argentinien oder dem im Eis eingelassenen Neutrino-Observatorium IceCube in der Antarktis. Bei der Karlsruher Tagung werden Forschende über diese und weitere Großexperimente in allen Teilen der Welt berichten. „Vor allem unsere jungen Physikerinnen und Physiker brennen schon darauf, ihre Forschungsergebnisse einem großen Publikum vorzustellen und sich deutschlandweit zu vernetzen“, so Tagungsleiter Husemann.

Außerdem will die versammelte Fachgemeinschaft Zukunftspläne schmieden: Beim Symposium „Future“ geht es um geplante neue Großprojekte wie den Future Circular Collider, einen neuen Teilchenbeschleuniger, sowie das Einstein-Teleskop und LISA, beides zukünftige Gravitationswellendetektoren. Ein wichtiges Zukunftsthema sind außerdem die Umweltauswirkungen solcher Unternehmungen, weshalb der gemeinschaftliche Blick nach vorn auch den Aspekt der Nachhaltigkeit umfasst.

Weitere Highlights

Um Nachwuchsforschenden den Einstieg in die Tagungswelt und ins Netzwerken zu erleichtern, bietet die junge DPG Tutorien und Treffen an. Sie richtet außerdem den Blick auf den Arbeitsmarkt abseits der akademischen Forschung. Auch der Arbeitskreis Chancengleichheit hält ein Vernetzungsangebot bereit, hier speziell für Physikerinnen.

Die Abendstunden der Tagung sind mit unterhaltsamen und spannenden Programmpunkten gefüllt: So begibt sich KIT-Professorin Kathrin Valerius am Dienstag, 5. März 2024 um 19:30 im Audimax (Gebäude 30.95) auf die Spur des unsichtbaren Universums. Die Co-Sprecherin des KATRIN-Experiments wird dabei erklären, was es mit Neutrinos und der geheimnisvollen Dunklen Materie auf sich hat. Der Programmpunkt ist für alle Interessierten offen, der Eintritt ist frei.

Die Tagungsteilnehmenden dürfen sich außerdem am Abend des 6. März auf das Karlsruher Physikertheater freuen. Um 18:45 spielt das Ensemble im Gaede-Hörsaal das Stück „Weltuntergang oder »Die Welt steht auf kein‘ Fall mehr lang«“ von Jura Soyfer. Auch das Nachtleben kann erkundet werden: Am Donnerstag, den 7. März 2024, lädt die junge DPG zum „Pub Crawl“ durch die Karlsruher Kneipenszene ein.

Neben der Konferenz in Karlsruhe veranstaltet die DPG in diesem Jahr noch vier weitere Frühjahrstagungen: in Greifswald, Gießen, Freiburg und Berlin. Insgesamt werden bei den fünf Kongressen rund 9000 Teilnehmende aus dem In- und Ausland erwartet. Sie zählen damit zu den größten Physikveranstaltungen in Europa.

Kostenfreie Teilnahme für Lehrkräfte

Auch in diesem Jahr lädt die DPG wieder Lehrerinnen und Lehrer ein, kostenfrei an der Tagung teilzunehmen. Um die Tagungsgebühren erlassen zu bekommen, genügt eine schriftliche Bestätigung der Schule.

Für den Terminkalender

Öffentliche Abendveranstaltung mit Experimenten (Eintritt frei)

Dem unsichtbaren Universum auf der Spur: Neutrinos und Dunkle Materie

Kathrin Valerius

Dienstag, 5. März 2024, 19:30 – 21:00 Uhr im Audimax (Gebäude 30.95)

Hinweise für die Redaktionen

Nach vorheriger Akkreditierung unter sind Journalistinnen und Journalisten zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist dann kostenfrei.

Für freie Journalistinnen oder Journalisten, die an einer der genannten Tagungen teilnehmen wollen, um darüber zu berichten, stellt die DPG ein begrenztes Kontingent an Reisestipendien zur Verfügung. Interessenten melden sich bitte per E-Mail an:

Presseinformationen zu den DPG-Frühjahrstagungen 2024:

https://www.dpg-physik.de/presse/presseinformationen

Medienkontakt

Dr. Michaela Lemmer und Melanie Rutowski, M.A.

Tel. +49 (2224) 9232-82

Fax +49 (2224) 9232-50

E-Mail:

Weitere Informationen zur Tagung in Karlsruhe:

https://karlsruhe24.dpg-tagungen.de

Weitere Informationen zu allen Frühjahrstagungen der DPG unter:

https://www.dpg-physik.de/aktivitaeten-und-programme/tagungen/fruehjahrstagungen/2024

Die Deutsche Physikalische Gesellschaft e. V. (DPG), deren Tradition bis in das Jahr 1845 zurückreicht, ist die älteste nationale und mit rund 55.000 Mitgliedern auch mitgliederstärkste physikalische Fachgesellschaft der Welt. Als gemeinnütziger Verein verfolgt sie keine wirtschaftlichen Interessen. Die DPG fördert mit Tagungen, Veranstaltungen und Publikationen den Wissenstransfer innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft und möchte allen Neugierigen ein Fenster zur Physik öffnen. Besondere Schwerpunkte sind die Förderung des naturwissenschaftlichen Nachwuchses und der Chancengleichheit. Sitz der DPG ist Bad Honnef am Rhein. Hauptstadtrepräsentanz ist das Magnus-Haus Berlin.

Website: www.dpg-physik.de